22. Nov 2018

Beschäftigung von Schweinen

Um zu wissen, wie man Schweine nützlich und artgerecht beschäftigt, muss man deren Biologie und Verhalten kennen und verstehen. Schweine sind Paarhufer und die domestizierte Form des Wildschweins. Das heißt also, dass sie vom Menschen über Generationen hinweg von der Wildform genetisch isoliert wurden. Dennoch ähneln sie in ihrem Verhalten noch stark ihren wilden Artgenossen. Sie sind Allesfresser und fressen demgemäß sowohl tierische als auch pflanzliche Nahrung.

Sie leben normalerweise in stabilen Gruppen mit einem Anführer, wobei es sich bei diesem in der Regel um die größte und älteste Sau handelt. Rangkämpfe innerhalb einer Gruppe werden verhaltensbiologisch als völlig normal bewertet. Allerdings kommt es in der Nutztierhaltung immer wieder zu schweren Kämpfen unter den Tieren, die häufig durch Platzmangel und Langeweile verursacht werden. Diese gilt es jedoch zu vermeiden, um die Tiere vor starken Verletzungen zu schützen; gerade auch deshalb, da es sich bei vielen Schweinerassen um stressanfällige Tiere handelt. Auch das Mischen von Gruppen oder die Isolation einzelner Tiere führt zu großem Stress bei den Tieren und sollte vermieden werden.

Schweine sind tagaktiv und wollen synchron der gleichen Beschäftigung nachgehen. Dabei erkunden sie zu etwa 60% des Tages ihre Umgebung und gehen auf Nahrungssuche. Ein Stall mit reinem Betonspaltenboden und eine unstrukturierte Bucht stellen da eine reizarme Umwelt dar, in der es den Schweinen schnell langweilig wird und in Kombination mit weiteren Haltungsmängeln (z.B. eine hohe Besatzdichte und schlechte Belüftung) sind die Schweine frustriert und neigen zu aggressivem Verhalten. Bissverletzungen an den Schwänzen, den Ohren und dem Gesäuge sind häufige Folgen.
Wichtig ist deshalb, dass die Ställe möglichst an den natürlichen Lebensraum der Tiere angepasst werden und es Berücksichtigung findet, dass die Tiere von ihren Futter- und Kotabsatzstellen weit entfernt schlafen wollen und eine Tränke im Schlafbereich dann fehlplatziert ist.

Schweine sind saubere Tiere, die in der Stallhaltung beschäftigt werden wollen. Bereits durch den Einsatz von Stroh in den Ställen konnte in der Vergangenheit die Notwendigkeit vom Kupieren stark vermindert werden, und zwar umso stärker, je mehr Stroh in die Ställe gegeben wurde. Doch auch durch den Einsatz von Stroh konnte das Schwanzbeißen nie zu 100% verhindert werden. Deshalb ist die Gabe eines zusätzlichen Beschäftigungsmaterials empfehlenswert und sollte nach Empfehlung 2016/336 EU eben so beschaffen sein, dass es essbar, kaubar, untersuchbar und beweg- oder bearbeitbar ist. Diese Empfehlung hat Knabberluzi mit seiner Knabberstange aus Luzerne umgesetzt. Die Luzernestange für Schweine ist eine ideale Beschäftigung, da sie kaubar und essbar ist-.Sie hat also einen Nährwert für das Schwein. Gleichzeitig ist die Knabberstange aber auch untersuchbar und kann vom Schwein bewegt und verändert werden. Denn durch die gepresste Form kann das Schwein die Stange in kleine Stücke zerkrümeln und dann fressen.

Knabberluzi genauer anschauen
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